Mein Leben ist in beruflicher Hinsicht nicht besonders geradlinig verlaufen. Was ich durchaus sehr schätze, da ich so die Möglichkeit hatte, verschiedene Bereiche kennenzulernen. Angefangen hat alles mit meinem Abitur im Gestaltungsbereich. Vier Jahre durfte ich meine Kreativität mit Begeisterung ausleben und habe einen Abschluss zur Gestaltungstechnischen Assistentin erworben. Die Neugier auf die große weite Welt und das Reisen hat mich anschließend ins Reisebüro gebracht, wo ich eine solide Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau machte und viele wunderschöne Orte zu sehen bekam. Nach einer längeren Reise bekam ich aber Lust, nochmal zu studieren und wurde somit Sozialarbeiterin.
In diesem Berufsfeld bin ich momentan tätig und unterstütze Menschen
mit Demenz.

 

Trotzdem hatte ich zwischendurch immer das Gefühl, noch nicht das Richtige für mich gefunden zu haben. Ich war unzufrieden und habe mich ständig gefragt, was ich denn vom Leben eigentlich will?
Was will ich machen?


Für mich stand fest: etwas mit meinen Händen erschaffen. Kreativ sein. Meine künstlerische Ader zieht sich schon durch mein ganzes Leben.
Meine Familie ist sehr kreativ und handwerklich begabt und anders

Image

sein war erwünscht. Mit 16 hatte ich Dreadlocks, trug alte Schlaghosen meines Vaters, die ich mir umnähte. Oder alte Blusen
meiner Mutter aus den 70ern. Wenn mir etwas im Geschäft nicht ganz gefiel, habe ich es gekauft und verändert.
So auch die Möbel in meiner ersten WG. Ich kaufte gebrauchte Möbel und fing an sie zu bemalen. Ich liebe den orientalischen Einrichtungsstil und mag es eher bunt.
Als ich zufällig in einem Kreativmarkt ein paar Kreidefarben fand, war es um mich geschehen.
Ich war so begeistert und malte alles Mögliche damit an.


Während meines Studiums habe ich diese Leidenschaft aber aus den Augen verloren. Der Alltag, keine Zeit, Studieren und Nebenjobs eben. Bis ich meinen Studienabschluss in der Tasche hatte und wieder an diesem Punkt war- und jetzt?
Eine Bekannte gab mir jedoch den entscheidenden Impuls – den Weg als Möbelgestalterin intensiv zu verfolgen und mich selbstständig zu machen. Ich bin ihr so dankbar und überzeugt davon, dass manche Begegnungen im Leben mehr sind, als ein bloßer Zufall.


Nun ja, ich saß also in diesem Café und mich überkam ein so starkes Gefühl, das ich nie vergessen werde. Einer der bewegendsten Momente meines Lebens in dem ich wusste: DAS will ich machen!